Mitglieder Login
|
|
|
|
Wieso die Chlapfgassfäger Chlapfgassfäger heissen Wieso heisst ihr so? Oder sogar: Warum heissen wir so? Die Frage nach dem Namen der Fäger ist immer wieder Thema von Gesprächen und Debatten unter Fasnächtlern. Wieso also heissen die Chlapfgassfäger eigentlich Chlapfgassfäger? Die Frage ist berechtigt, die Antwort spannend. Eigentlich handelt es sich gleich im doppelten Sinn um Wirtschaftsgeschichte. In den späten 1960er Jahren sassen - wohl einmal mehr - einige Fasnächtler im damaligen "Ochsen" zusammen und freuten sich beim Biertrinken auf kommende Taten an der Fasnacht. Wer alles am Tisch sass, ist nicht mehr im Detail klar. "Verbürgt" ist, dass es Wädi sen., Fisi, René H., und alt Hudivater Röbel waren. Vielleicht auch mehr, vielleicht nicht immer gleichzeitig alle. Auf jeden Fall diskutierten die damaligen Oberarther "Hudimüsigler" , dass auch die Oberarther Guugge einen Namen haben sollte. Plötzlich rief - vermutlich Wädi, ev. aber auch sonst jemand der Bierründeler - den Namen "Chlapfgassfäger" in die Runde. Aus einer "Bieridee" wurde - wie später auch das Tunnelfest - der künftige Name aus der Taufe gehoben. Das ist der erste Teil der Oberarther Wirtschaftsgeschichte um den "Fäger"-Namen. Das allein klärt jedoch noch nicht, ist was denn die "Chlapfgass" soll - geschweige, woher der Begriff kommt Das aber ist das wirklich geniale und Teil II der Wirtschaftsgeschichte. In Oberarth existierte im vergangenen Jahrhundert eine grosse Fabrik - die Seidenweberei. Damals war es üblich, dass den Angestellten günstiger Wohnraum zur Verfügung gestellt wurde. Zu diesem Zweck wurden an der Bergstrasse mehrere gleich ausschauende Arbeiterhäuser - so genannte Kosthäuser - gebaut. Heute sieht nach Renovationen jedes ein wenig anders aus, aber wer gut hinblickt, sieht den Grundtypus dahinter. In diesen "Kosthäusern" wohnten also die Fabrikarbeiter, die damals in der Regel noch im Wochenlohn bezahlt wurden. Jeden Freitag gabs Geld bar auf die Hand, das viele gleich für ein verlängertes Feierabendbier im Dörfli einsetzten. Oft musste dann der Weg schwankend unter die Füsse genommen werden. Die Bergstrasse und Seitenwege wurden in voller Breite vermessen, weil die Bewohner mit einem "Chlapf" im Grind auf dem Heimweg waren. So wurde aus der Bergstrasse die "Chlapfgasse" und aus der "Hudimusig" die "Chlapfgassfäger". Der Name blieb Programm: Genau deswegen nämlich trinken die Fäger und Fägerinnen auch heute noch gerne ein Bierchen - wenigstens wenn der Auftritt auf einen Freitag fällt...
|






